Slowenien 2006

Samstag, den 24.06.2006

Wir sind bei uns zu Hause am Freitag um 21.00 Uhr los gefahren. Die Fahrt in der Nacht haben wir gewählt, da in manchen Bundesländern schon die Sommerferien begonnen hatten. Im Laufe der Nacht haben wir dann unsere weiteren Mitfahrer auf einem Rastplatz getroffen.

Gemeinsam geht es dann durch Österreich und Italien zum Predel Pass, hier erfolgt bei strahlendem Sonnenschein unser Grenzübertritt nach Slowenien. In Bovec am Hotel Kanin unserer Mitfahrer, kamen wir um ca. 12.00 Uhr an. Wir selber mussten aber noch gute 20 km weiter nach Kobarid fahren. Hier angekommen bauten wir unser Zelt im tollen Camp Lazar auf.

Den Abend haben wir dann alle gemeinsam in Bovec bei Folklore und toller Stimmung verbracht, da wir das Glück hatten den slowenischen Nationalfeiertag mit zu erleben.

Sonntag, den 25.06.2006

Der erste Tag auf staubigen Pisten. Wir waren ab 10.00 Uhr, dies wurde unsere Standardstartzeit, auf Achse. Unser Weg führte uns an der italienischen Grenze entlang, auf dem alten Schmugglerpfad bis nach Nova Gorica. Hier bestand die Möglichkeit für die Tourteilnehmer von der Soca Brücke Bungee-Jumping zu machen, leider fand sich aber kein mutiger Freiwilliger.

Von hier aus ging unsere Tour auf Nebenstraßen bis in eine Höhe von 670 m, leider sind auch hier viele Strecken, die laut der Landkarte Schotterpisten sind schon geteert. Wir fuhren bis nach Tolmin, wo wir auf dem Marktplatz eine Kaffeepause eingelegt haben. Östlich der Soca ging es dann in Richtung Norden zu unserem Camp zurück bis nach Kobarid.

Montag, den 26.06.2006

Der Triglav Nationalpark ist ein Paradies für Naturfreunde und auch für Offroader mit Sinn für die Natur und die Umwelt. Unser Weg führt uns als erstes über den Vrsic Pass (1611 m), wo wir barfuß in dem Schnee unseren Spaß hatten. Weiter fuhren wir bis zu einer Hütte am höchsten slowenischen Berg, den Triglav (Dreihaupt) mit 2683 m. Von hier aus geht es auf Schotterpisten mit Steigungen und Abfahrten von 25% bis nach Bled.

In Gorje besuchen wir noch die Vintgar-Klamm, ein besonderes Naturschauspiel, welches man auf Holzstegen von ca. 2 km Länge, in einer engen Schlucht überqueren kann. Der Fluss Radovna fließt hier mit wilden Wasserfällen und Stromschnellen durch die Schlucht. Der Sage nach soll es hier auch Forellen mit einem Gewicht von 20 kg geben, wobei wir leider keine davon gesehen haben.

Über aufregende Serpentinen und durch Steinschlag gesperrte Straßen ging es dann in einer großen Schleife bis nach Tolmin. Im Camp waren wir nach ca. 211 km um 20.30, ein anstrengender aber sehr schöner Offroad Tag.


Dienstag, den 27.06.2006

Ein Highlight steht heute auf dem Terminplan, wir besuchen die Postojnska Jama (Adelsberger Grotte). Mit einer Länge von 16,5 km gehört die Höhle von Postojna zu den größten Höhlensystemen der Welt. Der Eintritt von 16,95 Euro lohnt sich wirklich, allerdings sollte man nicht auf warme Kleidung verzichten, denn in der Höhle sind das ganze Jahr über immer nur 8 Grad.

Die Rückfahrt von ca. 100 km geht über Landstraßen bis nach Kobarid. Auf dem Marktplatz von Kobarid gehen wir dann noch eine Pizza essen.

Mittwoch, den 28.06.2006

Wasserfall heißt auf slowenisch Slap und heute wandern, bzw. klettern wir zu dem Slap Boka. Dieser stürzt sich über 106 m in die Tiefe, der Weg dorthin ist abenteuerlich und nur mit festem Schuhwerk zu begehen. Man muss über große Steine klettern und sieht Eidechsen und Schlangen, ein Abenteuer für echte Offroader auch wenn man das Auto im Tal stehen lässt.

Der Nachmittag steht auch im Zeichen von Sport und Bewegung. Wir haben uns für eine Rafting Tour auf der Soca entschieden und nicht bereut. Für 30,- Euro pro Person bekommt man eine Tour von ca. 1,5 Stunden, welche für alle Beteiligten eine neue aufregende Erfahrung wird. Wir werden dieses Event in unseren weiteren Touren als festen Programmpunkt aufnehmen.

Donnerstag, den 29.06.2006

Der Mangart ist der höchste anfahrbare Punkt in den julischen Alpen. Die Anfahrt erfolgt über den Predel Pass, wo sich der Grenzübergang nach Italien befindet. Kurz davor biegt eine aufregende, 12 km lange Kurvenstraße zum 2072 m hohen Mangart Pass ab. Der eigentliche Gipfel liegt noch 606 m höher, der will zu Fuß erklommen sein. Nachdem wir hier oben tolle Fotos gemacht haben, geht es nach Italien über die Grenze und wir verbringen den Nachmittag an einem ruhigen Stausee in der Sonne.

Als wir auf dem Rückweg uns noch einige alte Grenz- und Festungsanlagen anschauen, überrascht uns ein schweres Unwetter in den Bergen. Im Camp in Kobarid mussten wir leider auch feststellen, dass unser neues Zelt dieses Unwetter nicht überstanden hat. Mit einigen Kabelbindern reparieren wir das Zelt für die letzten Nächte.

Freitag, den 30.06.2006

Wir suchen uns in der Karte Schotterpisten die vielversprechend sind und nehmen sie unter unsere Räder. Im Ort Zaga geht es in Richtung Italien, direkt vor dem Grenzposten geht es links auf eine sehr grobe Schotterpiste. Diese Piste schraubt sich mit Serpentinen auf eine Höhe von 1368 m, auf dem Scheitelpunkt erwartet uns ein tolles Panorama, saftige Wiesen und glückliche Bergkühe. Leider ist die Abfahrt auf der anderen Bergseite gesperrt, hier kam es in den letzten Tagen zu Verschüttungen. So fahren wir auf dem gleichen Weg wieder zurück ins Tal. Wir werden aber bei einer der nächsten Touren nach Slowenien bestimmt einen neuen Versuch wagen, auf der südlichen Rampe ins Tal zu gelangen.

Ab 17.00 Uhr spielt dann Deutschland gegen Argentinien bei der WM, wir gehen alle zusammen in die Bar JoJo und schauen uns das Ereignis auf einer Großbildleinwand an.


Samstag, den 01.07.2006

Der Tag der Abreise ist gekommen, nach einem letzten guten Frühstück auf dem Camp Lazar bauen wir das Zelt ab und fahren nach Bovec, wo wir uns zur gemeinsamen Heimreise treffen. Ein letztes Mal in den Supermarkt zum einkaufen und auf dem Marktplatz in Bovec einen Kaffee und dann geht es los.

Wir fahren auf den Vrsic Pass, an der 49 Kehre geht es links ab zu der Quelle der Soca. Ein Abstecher der sich lohnt, aber es empfiehlt sich festes Schuhwerk um zu der Quelle zu gelangen. Der Aufstieg ist sehr mühsam und nicht so einfach. Nach dem Besuch der Quelle geht es weiter, wir fahren um nach Österreich zu gelangen den Wurzenpass. Er ist mit seiner Abfahrt von 18% ein letztes Abenteuer.

Da wir durch Österreich nicht nur Autobahn fahren wollen, biegen wir von der Autobahn ab und fahren noch über den Katschberg und über den Radstädter Tauernpass. Niemand hat auf dieser Tour die Serpentinen und Kehren gezählt aber es waren viele und hoffentlich hält die Freude und Erinnerung bis zum nächsten Jahr an.

Nun geht es aber auf den direkten Weg nach Deutschland, auf dem Rastplatz wo wir uns vor einer Woche getroffen haben trinken wir noch einen letzten Kaffee und dann geht es wieder getrennt auf die Autobahn.


Informationen zu dieser Tour:

Theo Gerstl: Geländewagen Touren Slowenien u. Istrien Band 3; ISBN 3-00-017581-4
Grosser Alpenstrassenführer, 21. Ausgabe; DENZEL-Verlag; ISBN 3-85047-763-0

Karten:
Izletniska karta: Posocje 1 : 50 000
Izletniska karta: Gorenjska 1 : 50 000
Izletniska karta: Skofjelosko in Cerkljansko hribovje 1 : 50 000
Baedeker Reiseführer Slowenien ISBN 3-8297-101-7 1 : 300 000


Norbert Lehmann © 2006

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