In diesem Jahr hatten wir uns eine Alpentour vorgenommen,
genauer gesagt ins Piemont nach Salbertrand. Von dort aus hat man viele
Möglichkeiten für Tagestouren in die Berge. Die Planung sah
vor mit zwei Autos zu fahren, aber leider blieben mein Sohn und ich
als einzigste übrig und so machten wir uns dann am 21.07.2001 mit
unserem Opel Frontera Sport und kleinen Wohnwagen auf den Weg.
1.Tag - Anreise bis Martigny in der Schweiz
Die Fahrt von Salzgitter bis in die Schweiz war sehr angenehm, trotz
Ferienbeginn in fünf Bundesländern gab es auf der gesamten
Strecke keine Staus. Die Stunden sind gut vergangen und zum Abschluss
des Tages gab es noch eine Linsensuppe. Die Nacht über blieben
wir auf einen sehr schönen Campingplatz direkt am Fuß der
Berge.
2. Tag - Anreise bis Salbertrand in Italien
Um 08.30 Uhr ging es los in Richtung Italien, bis Turin verlief alles
Normal, aber hinter Turin war dann die Autobahn gesperrt - warum auch
immer. Also ab auf die Landstrasse SS24 und mit dem Wohnwagen bis nach
Salbertrand durch die kleinen Dörfer geschummelt. Auf dem Campingplatz
Gran Bosco angekommen war ich auch erst einmal froh darüber das
Auto abstellen zu können. Hier auf den Platz sollte für die
nächsten Tage unser Ausgangspunkt für Tagestouren sein.
3. Tag - Denzeltour 407 Colle Sommeiller
An diesem Tag wollten wir zum höchsten anfahrbaren Punkt dem Colle
Sommeiller 3050 m, bei herrlichen Wetter kamen wir auch gut voran. Bis
zum Rif. Scarfiotti 2156 m, als wir die nächsten 16 Serpentinen
angehen wollten kam uns schon der erste Offroader mit einem Discovery
aus Belgien entgegen. Wir erfuhren nach einem Gespräch das weiter
oben nichts mehr geht, ein Erdrutsch hat die Strecke unpassierbar gemacht.
Also das ganze wieder runter. Am Nachmittag dann noch einen Abstecher
zum Forte Bramafan gemacht, die Anfahrt dort hinauf ist toll, ausgewaschene
Pisten und super enge Serpentinen. Leider vertrieb uns ein Gewitter
von dort, sonst wären wir gerne noch weiter gefahren. Es war mir
bei Gewitter und Regen aber doch zu gefährlich.
4. Tag - Denzeltour 413, 415 und 416
Heute ging es die Assietta Kammstraße zu befahren. Um dort hin
zu gelangen muss man vom Tal aus zum Colle delle Finestre 2176 m eine
Strecke mit nicht weniger als 54 Serpentinen die wirklich viel Spaß
bereiten. Von dort aus geht es auf die 36 Km lange Kammstraße
bis hin zum Colle di Sestiere. Vorbei an Murmeltieren gelangt man zum
Testa dell´Assietta den höchsten Punkt der Strecke, hier
lohnt sich wirklich das aussteigen, Zu unserer Tour ist noch zu bemerken
das es am Vortag geregnet hat und der Denzel an solchen Tagen von einer
Befahrung abrät und das zurecht, denn Streckenweise ging es nur
mit Allradantrieb weiter und Teilweise war die Fahrbahn weg gespült.
5. Tag - Denzeltour 405, 406 Mt. Jafferau
Um zum Mt. Jafferau zu gelangen fahren wir die Denzel Tour 405 zum M.
Pramand 2162 m. 13 Km und ausdrücklich nur auf eigene Gefahr zu
Befahren. Schnell wurde uns klar warum, ich habe wirklich schon viele
schlechte Pisten befahren aber diese ist die Krönung. Teilweise
Geröll so groß wie Fußbälle liegt uns im Weg.
Beim M. Pramand angekommen führt der Weg weiter zum Mt Jafferau
2801 m, ein Weg nicht viel besser war. Auswaschungen und Verschüttungen
erwarten uns. Das schönste an der Tour ist der 850 m lange Tunnel
und die tolle Aussicht. Allerdings müssen wir die letzten Meter
zu Fuß gehen, hier kommen nur noch Enduros weiter. Die Abfahrt
ist nicht kompliziert, es ist noch Zeit für einen Abstecher zum
Forte Foens, eine Anlage die noch in sehr guten Zustand ist und zur
Pause einlud.
6. Tag - Ausflug zur Festung Exilles
Den Tag hatten mein Sohn und ich zum entspannen genutzt. Am Vormittag
waren wir drei Stunden auf der Festung Exilles. Eine Festung in sehr
guten Zustand und mit einer bewegten Vergangenheit. Der Eintritt ist
zwar etwas Teuer, ich habe für uns zwei 17,- DM bezahlt, aber dafür
haben wir eine persönliche Führung mit einer netten Italienerin
bekommen. Am Nachmittag sind wir dann noch nach Salbertrand, zum einkaufen
gefahren.
7. Tag - Denzeltour 409, 410
An diesem Vormittag sind wir die Denzeltour 409 gefahren, wir wollten
bis zum Passo della Mulattiera 2412 m, sind aber wegen einen Erdrutsch
nur bis Selletta 2263 m gekommen. Die Verschüttung ist aus dem
Jahr 1985 und wird leider auch nicht mehr beseitig, sogar Fußgänger
haben Schwierigkeiten mit dem Streckenabschnitt. Also Rückzug,
wir haben den Rückweg in Richtung Bardonecchia vorbei an Forte
Bramafan gewählt. Der Denzel warnt zwar vor dieser Strecke, aber
ich muss sagen der Weg hat sich gelohnt. Es hat uns viel Spaß
gemacht und mir persönlich hätte es noch etwas schlammiger
sein können. Am Nachmittag sind wir noch die Tour 410 gefahren,
eine kurze aber wegen der Aussicht sehr schöne Tour, von Oulx aus
bis Albergo Pourachet 2027 m. Das einzige Aufregende an dieser Tour
waren zwei alte Holz Brücken, bei denen wir lange überlegt
hatten ob man sie befahren kann.
8. Tag - Heimreise
An und für sich wollten wir heute die große Tour nach Frankreich
machen, zum Fort Olive, doch am frühen Morgen traf uns dann doch
der Pannenteufel. Beim kontrollieren vom Ölstand musste ich feststellen
das unser Auto Kühlwasser verliert. So wie es aus sah hat eine
Dichtung die letzten Bergtouren nicht überstanden. Da es mir alleine
mit einem Auto zu Riskant erschien eine weitere Tour zufahren mussten
wir eine Entscheidung treffen. Schweren Herzens entschieden wir uns
dafür an dieser Stelle den Urlaub zu beenden.
Also ging es um 10.30 Uhr nach dem packen und bezahlen des schönen
und sauberen Campingplatzes zurück in Richtung Deutschland. In
der Schweiz erwarteten uns dann schwere Gewitter, so das es nur langsam
voran ging. Auf Wunsch meines Beifahrers, der nach Hause wollte ohne
noch einmal zu übernachten bin ich bis Salzgitter durch gefahren.
Das waren dann 16 Stunden die ehrlich gesagt unser Auto besser überstanden
hatte als ich selber.
Wie sich dann später in der Werkstatt raus stellte, hatte die Wasserpumpe
den Wasserverlust verursacht.
An dieser Stelle möchte ich mich bei Volker Wasmus von der Offroad
IG Braunschweig bedanken, zum ersten für seinen Wohnwagen der uns
die Zeit über als Nachtquartier diente und zum anderen für
seine guten Tipps und Ratschläge. Da er diese Tour im Jahr 2000
schon gefahren ist stand er uns bei der Planung zur Seite.
Ferner geht auch ein Gruß an Herrn Denzel dem Herausgeber des:
GROSSER ALPEN STRASSEN FÜHRER
dessen Buch als Vorlage für diesen Urlaub diente.